von Ulrich Dopatka (unter Einbezug von Texten von V. Nussbaumer für SZ)
Das A.A.S. FORUM ist ein sinnvolles Kommunikationsinstrument für die Paläo-SETI. Dennoch hat es, wie jedes FORUM, Handicaps die aufgezeigt werden. Trotz allen heftigen Diskussionen und der Teilnahme von Personen die den Bogen auch manchmal überspannen gibt es mehr oder weniger doch gemeinsame Nenner und auch Grundhaltungen die sich herausbildeten. Bei allen Meinungsverschiedenenheiten sollten jedoch nicht die Basics der Paläo-SETI aus den Augen verloren werden. Die im Artikel aufgeführten Ueberlegungen stehen auch im Zentrum der Für- und Wider-Diskussionen mit den hier beteiligten Wissenschaften. Es gilt die Relativität wissenschaftlicher Erkenntnisse zu berücksichtigen. Der Einbezug von möglichen ET-Einflüssen in alten Kulturen ist so neu, dass dieser in der Rekonstruktion der Vergangenheit (sogenannte etablierte Geschichtsforschung) bis dato nicht berücksichtigt werden KONNTE.
Im FORUM wird schon seit Jahren eine steigende Zahl von Einträgen verzeichnet. Ein Erfolg und eine Bestätigung der Idee, dass ein FORUM speziell für A.A.S.-Themen ein Kommunikationsbedürfnis abdeckt. Rückblickend auf diese Erfahrungen und als einer der Initianten der A.A.S. Internet Präsenz möchte ich gerne meinen Standpunkt zur allgemeinen Diskussion, zu Arbeitsweisen und grundsätzlichen Fragen der Paläo SETI und der Auseinandersetzung mit sogenanntem "Skeptizismus" in den Raum stellen.
Viel spontaner als es z.B. in einer Zeitschrift möglich ist, kann jeder im FORUM über neue Entdeckungen der Paläo-SETI (oder Prä-Astronautik) berichten, kann Fragen stellen, kann seine eigene Sicht-der-Dinge schildern. Genauso interessant sind Stellungnahmen mit möglichen Antworten und Theorien zu den Fragen der A.A.S., die sich im Schnittpunkt von Archäologie, Astronautik und SETI einordnet. Ergänzungen, Hinweise auf Literatur, URLs (HomePages) oder Tipps zu hilfreichen Kontakten (vielleicht eMails) sind willkommen. Ein FORUM kann als eine Art "Schwarzes Brett" fungieren, und so auch über einen langen Zeitraum Meinungsaustausch oder "Langzeit-Debatten" beflügeln.
Es ist eine Selbstverständlichkeit und das Wesen jeder Diskussion, dass nicht alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen dabei ins gleiche Horn stossen. Einige der in vielen Jahrzehnten A.A.S.-Forschung formulierten Indizien sind aus vielerlei Gründen provokant, können auch aus veränderter Perspektive neu begutachtet werden. Die A.A.S. ist, parallel zu den ständig neu entdeckten Indizien, deshalb gerade erpicht darauf, diese zur Sprache zu bringen, zu hinterfragen.
Dank Gratisunterstützung (in diesem Fall bedanken wir uns bei unserem Mitglied Wolfgang Wiese) ist das A.A.S. FORUM schon so lange aktiv. Das FORUM selbst ist ein Beweis, dass man sich nicht scheut ein Podium für unter anderem auch kritische Fragen zu öffnen. Welche sogenannten "Skeptiker" bieten ähnliches? Wie in der freien Rede kann man auch hier, beim FORUM, sich leicht ausmalen, dass man nicht nur höfliche Formulierungen zu lesen bekommt, sondern dass es teilweise verbissen zu und her geht. Eine Art Selbstkontrolle, die Netikette (Etikette im elektronischen Netz), und die (zurückhaltende) Aufsicht der FORUM-Betreuer verhindern zwar in der Regel Entgleisungen oder Beschimpfungen, aber dennoch, salopp ausgedrückt, "fliegen manchmal die Fetzen".
Selbstverständlich kann man auch nur passiv, als stiller, völlig "unsichtbarer" Leser, die Debatten verfolgen. Und von den "Aktivisten" leisten die allermeisten auch vernünftige, sachliche Beiträge oder stellen einfach Fragen. Hin und wieder hat man aber auch den Eindruck, dass einige dazu neigen über-zu-interpretieren und überall prä-astronautische Spuren zu entdecken. Und genau das Gegenteil gibt es auch. Ein paar FORUM-Aktivler verteidigen mit fast "missionarischem Eifer" und spöttischem, überheblichem Unterton den (unterschwelligen) Standpunkt, dass rundum sämtliche Indizien der Paläo-SETI kalter Kaffee sind und Erich von Däniken und andere Autoren endlich diese oder jene Literatur lesen sollten. Aber abgesehen davon, dass selten einmal jemand total "übers Ziel hinausschiesst", rennen solche "extremen" Beiträge offene Türen ein, da jede Art von Hinweis z.B. auf neu gefundene Rätsel, als auch kritische Beiträge willkommen sind. Und wenn der Ton nicht überheblich oder demagogisch ist, klingt auch die Musik besser. Ausserdem merkt man sehr schnell, dass Gift und Galle Zeichen sind für Personen, die sich nur profilieren wollen.
Der Mensch ist, wie sich im Internetzeitalter bewiesen hat, ein "Kommunikationstier" erster Güte. Deshalb sind z.B. FOREN so attraktiv, auch wenn man ab und zu den Eindruck einer "Quasselbude" nicht los wird. Das ist durchaus nicht negativ gemeint. Hier dokumentiert sich Interesse an Themen, in unserem Falle an A.A.S.-Themen. Negativ oder Handicaps sind andere Aspekte eines, auch unseres, FORUMS.
Fasst man die Diskussionen vieler Monate auf dem A.A.S.-Forum zusammen, stellt man inhaltlich doch folgende Denkrichtungen fest, die von den meisten Beteiligten ähnlich gesehen werden:
Selbstverständlich gibt es auch humorvolles und belangloses Geplauder in einem FORUM und sicherlich wird ein FORUM nie ein Instrument sein um methodisch die Spreu vom Weizen zu trennen, die "wahren Kerne freizulegen", was sich eigentlich jeder auf der Suche nach Beweisen für die Prä-Astronautik wünscht. Im Sinne der Popularisierung unserer Themen ist das A.A.S.-FORUM trotz einiger "Nebengeräusche" in den Diskussionen einer unserer modernen Kanäle zur Kommunikation.
Skeptische Menschen sind somit immer willkommen - aber es haben sich in den letzten Jahren Gruppen von "Skeptikern", auch Organisationen, gebildet, die am Ziel vorbeischiessen. Oft nicht nur mit vorgefasster Meinung (dieser Eindruck entsteht leider manchmal) und "überheblich", sondern verbissen im Eifer, unkonventionelle Theorien (nicht nur auf dem A.A.S.-Sektor) ad absurdum zu führen. Man hält sich für "Verteidiger der Wissenschaft" (verallgemeinernd gesagt). Dabei hat "die" Wissenschaft das gar nicht nötig. Was im A.A.S.-FORUM von dieser Seite geäussert wurde, ist jedoch harmlos im Vergleich zu dem, was sonst, international, üblich ist. Die Motivation dieser Protagonisten ist mir persönlich oft schleierhaft. Der gemeinsame Nenner ist fast "fundamentalistisch". Vorgebrachte Fragen, Ideen (verschiedene Wissenschaftszweige betreffend) werden mit "...ist kein Forschungsthema, ist gelöst, ist abgehakt etc." gekontert.
Nichts gegen einzelne Belege, nichts gegen Gegen-Meinungen, nichts geben die Kritiker-Auffassung, dass Belege, basierend auf Forschungserkenntnissen des Jahres xy für die Ewigkeit Gültigkeit haben. (Ist bei vielen Belegen nicht meine persönliche Auffassung, da wissenschaftliche Erkenntnis relativ ist.) Aber es geht ums Grundsätzliche: Was soll dieser Kreuzzug gegen unkonventionelle Gedanken?" sollte man fragen. Warum das grosse Engagement gegen Personen, die auch einmal "Nein" oder "Vielleicht" sagen in einer Gesellschaft, wo man sehr leicht versucht ist mit "Ja" zu nicken, wenn von etablierter Seite Behauptungen oder Lehrmeinungen aufgestellt werden. Warum nicht frischen Wind und (auch aus nicht-wissenschaftlicher Ecke) Freiraum für Querdenker? Auf der anderen Seite kenne ich Organisationen, die in der vollen Breite der Wissenschaftszweige (interdisziplinär) dagegenhalten (http://www.jse.com). Mühsam! Dem Himmel sei Dank konzentrieren wir uns hier auf einen begrenzten Themenbereich in der A.A.S - und im FORUM.
Was mich stört, ist ein "durch die Bank" ABLEHNENDES VERHALTEN gegen (anscheinend) verrückte Ideen. Selbstverständlich bin ich wie die meisten Mitdenker dafür zu sortieren, sogenannten Hokuspokus als Hokuspokus zu erkennen. Aber wenn mir jemand begegnet, der die Hohlwelttheorie noch für möglich hält oder sich eine Atlantiskultur wie unsere heutige technische Zivilisation vorstellt... (obwohl dazu die zivilisatorische Infrastruktur nicht nachgewiesen werden konnte) - ok, warum soll ich ihn nicht z.B. als Zuhörer auf einem Kongress begrüssen? Das hat nichts mit "gegenseitigem Schulterklopfen" zu tun, sondern mit Toleranz. Im Falle der Paläo-SETI-Hypothese (Hypothese!) geht es um mehrere Fakten und Absichten, die zu akzeptieren eigentlich für jeden offensichtlich sind, sein müssten. Bei allen Diskussionen um das Für und Wider einzelner Themenkomplexe sollte man folgende Punkte im Hinterkopf behalten:
So gesehen ist es nicht nur begründet SETA (Search for extraterrestrial artifacts bzw. Paläo-SETI) zu betreiben, sondern schlichtweg geboten. Aber es gibt noch weitere Logik-Fakten.
Es liegen der ETI-Hypothese (ETI = Extraterrestrial Intelligence) einige Parameter, Eckpunkte, zugrunde, die existieren, die wir aber nur erahnen können. Sicher ist, dass eine Zivilisation mit technologischer Evolution (Feedback auf die biologische, kulturelle Evolution und damit Erhöhung der Evolutionsgeschwindigkeit ist eine weiteres Denkmodell) unserer eigenen weit voraus sein kann. Ein alter Hut. Aber man muss sich die Konsequenzen klarmachen, was die Intentionen, die Absichten der "Anderen" betrifft. Allein z.B. die Möglichkeit, dass diese Wesen eine viel, sehr viel höhere Lebenserwartung haben könnten. (Um nur einen Parameter als Beispiel zu nehmen.) Eine Beobachtung unserer Erde (warum auch immer) über Jahrtausende ist aus unserer Sicht nutzlos, bei ihnen vielleicht "alltäglich". Vielleicht entwickelten sie eine Art virtuelles Gehirn, und sie reagieren und agieren als EIN Lebewesen. Science Fiction ist hier berechtigt Tür und Tor geöffnet. Ich erwähne diese Denkmodelle um aufzuzeigen, dass wir Spuren der Ausserirdischen oft nur unvollkommen deuten können. Kurz: Auch "überzogene Interpretationen" sind erlaubt...
Meine persönliche Meinung spiegelt übrigens die vieler Paläo-SETI-Forscher wider, die sich mit SETA oder Prä-Astronautik oder Paläo-SETI auseinandergesetzt haben. Ich denke, die Ausserirdischen, die in der Vergangenheit die Erde besuchten, hatten humanoide Formen - im weitesten Sinne. Ihre Technologie ist weitaus fortgeschrittener, aber von uns und unseren Vorfahren doch als TECHNISCH interpretierbar. Sieht aus wie... eiserner Vogel etc. Ihre Absichten und Strategien lassen für uns keinen einheitlichen Plan erkennen. Kulturbringer, ja, aber ein Verfahren über enorme Zeiträume. Bestimmte Eigenschaften scheinen identisch zu sein, wie Wissenserwerb, Überlebenswille, "Fehlbarkeit" (Korrektur von Handlungen, Feindschaften etc.).
Die wichtigste Tatsache, mit der wir uns heute auseinanderzusetzen haben, ist jedoch, dass der "Faktor" Ausserirdische und ihr möglicher Einfluss auf die Zivilisation erst in den letzten Jahrzehnten Fuss fassen konnte (weil wir das existierende Beispiel "Raumfahrt ist möglich" haben). Die Grundlagen (Erkenntnisse, Rekonstruktionen der Vergangenheit) der hier besonders betroffenen Wissenschaften wie Archäologie, aber auch die Religions- und Mythologie-Forschungen wie auch die Ethnologie, liegen VOR (!) dieser Zeit. Es war rundherum nicht möglich ET-Einfluss ins Spiel zu bringen, weil es den ja gar nicht gab. Salopp gesagt, liegt hier "der Hase im Pfeffer".
Das "Lächerlichmachen", dem die Paläo-SETI noch oft begegnet, hat hier seine Wurzeln. Dem kontern wir aber nicht nur durch die Argumentationskette der Logik (siehe oben), sondern durch die aktiv Suche nach Spuren, Indizien und den Beweisen. (Anmerkung: Ich persönlich vermute konkrete Beweise auch im Sonnensystem zu finden, eher als auf der Erde mit ihrer natürlichen Erosion - und einer "kulturellen Erosion".) Die Hauptschwierigkeit, der wir hier begegnen, ist jedoch, dass die Besuche nur zeitweise erfolgten. Viele Relikte, aber auch mythologische Texte (ich brachte den Vergleich von "Hardware" und "Software" der Vergangenheit") sind in der Tat "herkömmlich" zu interpretieren. Der Donnergott - als Symbol des Gewitters etc. Oder die sporadischen Kulturenkontakte à la Thor Heyerdahl - die es zweifellos ebenfalls gab. (Uebrigens, Diffusionstheorien werden ebenso hart bekämpft - weil die isolierte Entwicklung von Kulturen als das Non Plus Ultra gilt...) Aber es gibt auch die Ausnahmen, die, die als "heilige Texte" überliefert, technische Interpretationen zulassen oder Bauten, deren Konstruktion nicht in die technologische Evolution ihrer Zeit passen (Beispiel Puma Puncu etc.). Oft wird es daher passieren, dass fehl- oder über-Interpretiert wird auf der Suche nach den "Götter-Spuren". Da sich gerade die Medien auf solche Beispiele stürzen und verallgemeinern, schadet es zwar unserer ernsthaften Auseinandersetzung mit A.A.S.-Themen - aber da wir weder "extreme Interpretationen" noch die Haltung der Presse verhindern können ... machen wir halt das este daraus. Für mich sind auch sogenannte abstruse und vielleicht falsche Theorien irgendwie inspirativ. Wenn - als Beispiel - Sitchins 12. Planet u.a. aus astrophysikalischen Gründen ein Unding ist... vielleicht inspiriert die Story aber nach regelmässig wiederkehrenden Raumschiffen anderer Zivilisationen zu theoretisieren.
Die Diskussion zu Prä-Astronautik-Themen, wie sie die A.A.S. unterstützt, ist eine populäre, öffentliche Diskussion. Denkmodelle sind nicht nur erlaubt, sondern werden begrüsst. Anregungen zu Ideen! Speziell die jungen Wissenschaftler von heute oder morgen sollen dadurch angeregt werden. Sie, diese Forscher, haben dann auch die Möglichkeiten mit analytischer Methodik, Urquellenforschung etc. an die einzelnen Punkte heranzugehen. Nicht immer kann man dies von Laien verlangen. Bei Sachbuchautoren zum Thema gibt es logischerweise beide Kategorien - die, die "ankratzen", Ideen bringen und die, die fachlich argumentieren. Bei der ersten Gruppe stört es mich nicht, wenn dabei machmal die Phantasie durchgeht. BERECHTIGUNG, generell gesehen, sich mit dem Thema Prä-Astronautik auseinanderzusetzen, gibt es mehr als genug. Die Gefahr ist dabei natürlich gross, dass man - ich nehme mich selbst nicht aus - den Sekundärquellen grösserer Bedeutung als den Urquellen zugesteht und leichtfertig übernimmt. Um hier (nicht nur im eigenen Interesse) zu helfen, könnte ich mir vorstellen, dass man eine Sammlung von Urquellen und Fakten anlegen kann, die dann als Sammelwerk allen Forschern und Interessierten helfen würde. Wenn keine Einzelperson diese oder ähnliche Arbeiten realisiert, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass dies später einmal im Rahmen des Mystery Park-Dokumentationszentrums eine dankbare Aufgabe wäre. Eine von vielen möglichen.
Es gibt gesunde und krankhafte Skepsis. Es ist richtig einzelne Punkte, Theorien, Idee und Interpretationen auch einzeln zu untersuchen, Gegenargumente zu suchen. Unabhängig davon, dass oft Meinung gegen Meinung steht und (mit dem heutigen Wissen) MEHR als nur eine Ansicht möglich ist, vergessen "über-skeptische" Personen aber den globalen Zusammenhang der Paläo SETI-Indizien. Ein gemeinsamer kultureller Nenner, wie es der Einfluss ausserirdischer Intelligenzen auf der Erde wäre, wird von der Geschichtsforschung nicht einkalkuliert. Im Gegensatz zu dieser bedeutet es aber für unsere Forschung, dass, wenn an irgendeinem Ort es beweiskräftige Indizien für die Prä-Astronautik gibt, die anderen (abgehakten) Indizien zum Teil in anderem Licht gesehen werden müssen, zumindest (je nach Indiz) ein anderen Stellenwert oder eine neue Chance bekommen müssen. Für mich persönlich reicht schon die Möglichkeit (siehe oben, Argumentationskette) aus, auch auf den ersten Blick kuriose Interpretationen nicht von vornherein vom Tisch zu fegen.
Es versteht sich von selbst, dass man in den Diskussionen fair, ehrlich bleibt und nicht überheblich wird. Dies ist nach meiner Erfahrung auch bei fast allen Personen sowohl auf Diskussionen bei Kongressen als auch im FORUM der Fall. Dies gibt speziell auch im Umgang mit denjenigen Wissenschaftlern, die seit Jahrzehnten "die Stellung halten". Tatsache ist jedoch, dass es neben den ehrbaren Wissenschaftlern (aller Fakultäten) natürlich auch die "schwarzen Schafe" gibt?. Ob Irrtum oder Manipulation... nicht alles ist Gold was da an Lehrmeinung glänzt. Neue Ideen haben oft schwer sich durchzusetzen. Luc Bürgin hat dies in seinem Buch "Irrtümer der Wissenschaft - verkannte Genies, Erfinderpech und kapitale Fehlurteile" dokumentiert. In der "Naturwissenschaftlichen Rundschau" (Heft 9, 1986, S. 380 ff) schreibt Peter Karlson unter dem Titel "Wie und warum entstehen wissenschaftliche Irrtümer?" die folgenden Sätze: "Dass es wissenschaftliche Irrtümer gibt, liegt zum Teil daran, dass auch die Wissenschaft ein historischer Prozess ist, bei dem neue Erkenntnisse, Theorien und Deutungen die alten ersetzen und damit als nicht zutreffend, dass heisst als Irrtümer entlarven. Irrtümer können auch dadurch entstehen, dass ein Wissenschaftler oder eine Gruppe von Wissenschaftlern eine vorgefasste Meinung hartnäckig verfolgen, obwohl die experimentellen Ergebnisse eher dagegen sprechen. Schliesslich gibt es noch den Fall des bewussten Betrugs: Es kommt immer wieder vor, dass Wissenschaftler Ergebnisse erfinden oder verfälschen, um auf schnelle Weise zu Ruhm zu kommen..."
Verwundert aber wenig erstaunt hat mich deshalb die Information, dass (angeblich oder wirklich?) bei der ersten Pressekonferenz nach Bekanntwerden der Arbeiten durch Rudolf Gantenbrink in der Cheops-Pyramide, seiner Entdeckung, dass ein angeblich kurzer, blinder Schacht 65 Meter tief in die Pyramide führt, der Funktion seines Mini-Roboters etc. etc. von Seiten der anwesenden Vertreter des Deutschen Archäologischen Instituts behauptet wurde "... das ist alles Quatsch..." Der Roboter diene zur Messung von Luftfeuchtigkeit usw. Ist dies eine Fehlinformation?
Ulrich Dopatka
PS: Als Hinweis: Gerade diese Pluralität der Meinungen und Theorien wird auch bei der Präsentation der Themen im Mystery Park die zentrale Rolle spielen. Ziel ist es bei jeder Präsentation das Spannende, die Fragen hervorzuheben... dann alle wichtigen Theorien aufzuzählen, aber - wichtig - mit modernen Techniken den Besuchern und Besucherinnen die Möglichkeit zu geben zu den Themen den von der Wissenschaft erarbeiteten Informationsschatz zu konsultieren bzw. Hinweise anzubieten. Ein anspruchsvolles Unterfangen, weil wir von unterschiedlichem Vorwissen und auch von unterschiedlichem Interesse sowie verschiedenartiger Motivation den Park zu besuchen ausgehen müssen.
Ergänzung:
Kleine Anregung. Bei den verschiedenen Diskussionen über Funde und Spekulationen wird oft gefragt, WAS denn im Vordergrund steht wenn man beurteilen will ob und inwieweit etwas angeblich rätselhaftes WIRKLICH aus dem Rahmen fällt. Nach meiner persönlichen Einschätzung sollte man folgende Hinter-Fragen (vermutlich gibt es noch einige mehr) immer in seine Beurteilung und Argumentation einfliessen lassen:
- Die Frage, ob bestimmte Funde, Bauwerke, Techniken, Fertigkeiten aus dem Rahmen ihrer Epoche fallen. D.h. die Frage, ob es eine Evolution der Technologie gibt. Und vor allem die Frage, ob die alten Völker mit den ihnen zugestandenen Mitteln diese Funde oder Bauwerke etc. hätten bewerkstelligen können. Grösseren oder glaubhafteren Stellenwert hätten da reale Versuche, Experimente (Stichwort experimentelle Archäologie) neben den herkömmlichen THEORETISCHEN Erklärungen. Ich bin nicht sicher, ob wir heute die Methoden kennen, wie z.B. die Mauern von Sacsayhuaman erstellt wurden.
- Die Frage nach dem WARUM, nach der Motivation, nach dem WOZU. Dies sowohl hinsichtlich dem Zweck von Bauten, Funden etc. als auch von Kulten und Traditionen. Zweifellos gibt es die im weitesten Sinne "rituellen" oder "symbolhaften" Erklärungen. Wenn es am Himmel donnerte, war auch ein dazugehöriger Donnergott nicht weit. Die Frage ist, ob es sich in allen Fällen so verhalten haben muss.
- Die Frage nach der Quelle von Know How. Nach dem Wissen, z.B. astronomischem Wissen, dass (nach unserer gängigen Meinung) eigentlich nur mit einer ausgefeilten Technik und Wissenschaft gewonnen werden konnte (wie wir sie heute kennen).
- Die Frage nach Parallelen weltweit und auch unabhängig von Jahrhunderten oder Jahrtausenden. Falls es so etwas gegeben hätte wie einen gemeinsamen Nenner der Kulturen den die (realen) "Götter" darstellten - über lange Zeitraeume hinweg, wären solche Parallelen denkbar. Leider werden diese oft nicht genügend zur Kenntnis genommen oder generell mit Hinweis auf die Psyche des Menschen erklärt, die eben weltweit und durch alle Zeiten vergleichbare Werke und Traditionen habe erschaffen lassen. Langt eine solche Erklärung?
- Die Frage nach den lokalen Mythen und Ueberlieferungen: Inwieweit gibt es in den kulturellen Traditionen Hinweise auf Funde, Bauwerke und die physische Umgebung. Können Legenden Antworten (oder Hinweise) geben auf Fragen im Zusammenhang mit archäologischen Fakten oder Rätseln?