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Pyramiden in Chinas verbotenen Zonen
von Hartwig Hausdorf
Zusammenfassung
Jahrelang gab es nur vage Gerüchte, Archäologen stritten ihre Existenz ab: Pyramiden in China, Im März 1994 durften der Autor zusammen mit Peter Krassa und Julia Zimmermann als erste Ausländer an zwei Orte, an denen diese rätselhaften Bauwerke stehen (1). Zusammen mit einer AAS-Mitgliedergruppe vermachte er im Oktober 1994 nochmals in diese bislang gesperrte Zone Chinas einreisen. An die dreissig Pyramiden wurden dabei nun gesehen und auf Film und Video gebannt. Vermuten darf man in dieser Gegend aber etwa hundert solcher Bauwerke.
Für Julia Zimmermann, Peter Krassa und mich waren es denkwürdige Tage, die wir im März 1994 in Xian, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Shaanxi, verbrachten. Waren wir doch die ersten Ausländer, denen damals erlaubt worden war, einige jener Pyramiden zu besichtigen und zu fotografieren, die sich in der für Touristen normalerweise gesperrten Zone Shaanxis befinden.
Bis dahin gab es - ausser wenigen alten Schwarzweissbildern - keine greifbaren Beweise für diese Bauwerke. Natürlich wurde in diversen Veröffentlichungen von Krassa (2), Cathie (3), mir (4) und anderen bereits auf chinesische Pyramiden hingewiesen. Die klassische Archäologie stand jedoch auf dem Standpunkt: "Pyramiden in China - die gibt es nicht!" - obwohl Handelsreisende bereits um die Jahrhundertwende über riesige Bauwerke in den Weiten des Gelben Reiches berichtet hatten. Ihre Angaben wurden glattweg ignoriert.
Im März 1994 bekamen wir also sechs oder sieben Pyramiden zu sehen. Drei von ihnen (und eine fast nicht mehr als solche erkennbar) stehen in der Nähe der Zufahrtsstrasse. die den neuen Flughafen mit der Sechsmillionenstadt Xian verbindet. Entdeckt wurden sie 1991. Drei weitere befinden sich in der Nähe des Ortes Mao Ling. eine davon ist etwa 90 Meter hoch. Angesteuert wurden die beiden Orte an verschiedenen Tagen. von verschiedenen Anfahrtswegen aus. Wir hätten es viel einfacher haben können...
Am 16. Oktober war es dann soweit: Mit elf AAS-Mitgliedern machte ich mich erneut auf den Weg in die Volksrepublik, auf den Spuren der ersten, so erfolgreichen Reise in die Sperrgebiete dieses riesigen Landes.
Bereits beim Landeanflug auf Xian Airport glaubten zwei der Reiseteilnehmer, in der Ferne so etwas wie Pyramiden ausmachen zu können. Gut möglich - denn im Oktober war die Luft wesentlich klarer und die Sichtverhältnisse unvergleichlich besser als damals im März.
Ich konnte es fast nicht glauben: Es waren die diesigen Luftverhältnisse, die uns im März den Ausblick auf weitere Pyramiden im wahrsten Sinne "vernebelt" hatten! Nun hingegen war es, auf einer Pyramide stehend, möglich, in der Landschaft ringsumher zahlreiche weitere zu entdecken! Wir standen auf diesem siebzig Meter hohen Bauwerk und vermochten nicht weniger als siebzehn Objekte in einem Umkreis von etwa drei Kilometern auszumachen. In einem anderen Fall konnten sogar dreissig weitere Pyramiden erkannt und auf Video gefilmt werden!
Es ist unglaublich: inmitten einer fast ausschliesslich landwirtschaftlich genutzten Ebene, jedoch bis an die Grenze der Fünfhundertausend-Einwohnerstadt Xianyang stossend, erheben sich -zig Pyramiden. Einige davon sind sechzig bis siebzig Meter hoch, andere in ganzen Reihen zu dreien oder zu Gruppen von noch mehreren zusammengefasst (Abb, 1 und 2). Ein etwa sechzig Meter hohes Exemplar erinnert in seiner Form an die Sonnenpyramide von Teotihuacan (Mexiko).
An hundert Pyramiden
Mit den mittelamerikanischen Pyramiden haben die chinesischen die Form gemeinsam. Wie diese sind sie oben abgeflacht (3) und vermutlich nicht minder häufig. Man kann nun - vorsichtig geschätzt-wohl von insgesamt etwa hundert Pyramiden in dieser Region ausgehen. Und das sind mehr, als im "klassischen" Land der Pyramiden, in Ägypten, zu finden sind.
Unser Dolmetscher in Xian konnte uns erste vorsichtige Schätzungen über das Alter dieser Pyramiden nennen: mindestens 2500 bis 3500 Jahre, einige sind wahrscheinlich noch älter. Dies wäre jene geheimnisumwitterte Zeit, in der im alten China die legendären "Urkaiser" herrschten. Mit diesen Kaisern hatte es eine ganz besondere Bewandtnis, denn der Überlieferung nach hatten sie keine irdischen Vorfahren! Im Gegenteil, sie wurden nicht müde, stets hervorzuheben, von den "Himmelssöhnen" abzustammen. Und diese wiederum seien einst auf feurigen, metallenen Drachen aus dem Weltraum zur Erde gekommen!
Erinnerungen an die "vom Himmel", die Überlieferung spricht sogar von "aus dem Weltraum" (5) gekommenen Götter? Es ist typisch für so viele alte Kulturen dieser Welt, dass sie hohe, zum Himmel weisende Bauwerke errichteten. Zeichen für die "Götter"? Wenn auch in der einen oder andern Pyramide hochgestellte Persönlichkeiten bestattet wurden, tut dies unserer Hypothese keinen Abbruch. Im Gegenteil: In allen Kulturen behaupteten auch die Herrschergeschlechter stets, von den "Himmlischen", den "Göttern" abzustammen (6).
Wie in den ägyptischen Pyramiden. so scheinen sich auch in den chinesischen deutliche Hinweise auf ein phänomenales Wissen zu verbergen, Bereits im März 1994 gestand uns Professor Wang Shiping, Leiter der Forschungsabteilung des Provinzmuseums von Xian, er hege keine Zweifel an einer astronomischen Ausrichtung der Shaanxi Pyramiden.
Auf einen interessanten Umstand wies Expeditionsteilnehmer Helmut Fürnrieder hin. Als Bauingenieur achtete er insbesondere auf die Masse der riesigen Strukturen und stiess auf eine unerwartete Entdeckung: Einige der chinesischen Pyramiden bergen den berühmten "Goldenen Schnitt" in sich. Diese geometrische Masszahl (0,618...) entsteht bei der Teilung zweier Strecken. die in einem ganz bestimmten Verhältnis zueinander stehen. Sie galt in Geometrie und Architektur des Altertums als göttliches Gesetz. Erich von Däniken hat nachgewiesen, dass sich sogar die Distanzen altgriechischer Kultorte zueinander häufig im Verhältnis des "Goldenen Schnitts" befinden (7),
Ein Beispiel: Die einzige Steinpyramide Chinas liegt in der Provinz Shandong, zwischen den Städten Tai'an und Qufu. Teilt man die Länge einer ihrer Oberkanten (9,40 m) durch die Länge einer ihrer schrägen Kanten (15,20 m), so bekommen wir als Ergebnis 0.618..., das heisst diese beiden Seiten stehen im Verhältnis des "Goldenen Schnitts" zueinander. Dasselbe gilt für die Masse der berühmten "Weissen Pyramide". Teilt man die Höhe (etwa 300 m) durch die Seitenlänge an der Basis (etwa 485 m), erhalten wir den Wert von 0,618. Wirklich nur Zufall?
Was wir auf der neuerlichen Reise im Oktober an Pyramiden sahen, übertraf wohl unser aller Hoffnungen. Gleichwohl warten sicher noch weitere unentdeckte Pyramiden auf uns. In einer früheren Ausgabe von Ancient Skies (1) hatte ich von der Beobachtung eines amerikanischen Astronauten geschrieben. der aus dem Erdorbit neun sehr grosse Pyramiden ausgemacht hatte.
Diese neun Pyramiden bekamen wir auch dieses Mal nicht zu sehen. Sie harren weiterhin einer näheren Untersuchung. Im Oktober dieses Jahres werden Peter Krassa und ich interessierte AAS-Mitglieder im Rahmen einer weiteren Studienreise an die interessantesten Plätze Chinas führen!
Literatur
(1) Hausdorf, H.: Auf Göttersuche in China, Ancient Skies, 4, S. 3-6, Feldbrunnen 1994.
(2) Krassa, P:... und kamen auf feurigen Drachen. Wien-München 1 990.
(3) Cathie, B.: The Bridge to Infinity. Boulder, USA 1989.
(4) Hausdorf, H.: Die weisse Pyramide. München 1994.
(5) Ferguson, J.G.: Chinese Mythology. New York 1964.
(6) Dopatka, U.: Lexikon der Prä-Astronautik. Düsseldorf 1979.
(7) Däniken, E.v.: Die Steinzeit war ganz anders, München 1991.
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